ZDS-Herbsttagung 2019 :

Schuhmachertreffen in Kassel

Die diesjährige Herbsttagung des Zentralverbandes des Deutschen Schuhmacher-Handwerks (ZDS) fand vom 8. bis 10. November 2019 in Kassel statt. Delegierte aus ganz Deutschland trafen in der nordhessischen Metropole zusammen, um sich über wichtige und aktuelle Themen der Branche auszutauschen.

Die Tagung begann traditionell mit einem Abendessen am Freitagabend. Es schloss sich am Samstagmorgen eine Führung durch das Staatstheater Kassel an. Der dort verantwortliche Schuhmachermeister Uwe Kriese informierte über Details und Besonderheiten der Welt des Theaters. Er zeigte u. a. die Schuhmacherwerkstatt sowie das Lager der Leisten und Schuhe.


Teilnehmer der Schuhmacher-Herbsttagung 2019 vor dem Staatstheater in Kassel. Foto p.s.p.r.

Im Anschluss daran begab man sich in die Handwerkskammer Kassel zu einem Vortrag von Dr. Wolfgang Schneider über Aufgaben und Ziele des Bonner Senior Experten Service (SES). Nach der Mittagspause referierte Jörn Mohaupt von der medical device certification GmbH (mdc) in Berlin über aktuelle Anforderungen bei der Präqualifizierung.

In der nachfolgenden Mitgliederversammlung nahm die leider gescheiterte Wiedereinführung der Meisterpflicht für das Schuhmacher-Handwerk einen breiten Raum ein. Kritisiert wurde vor allem die halbherzige, nicht nachvollziehbare Entscheidung der Großen Koalition und das Verhalten des ZDH in Berlin, der das Wohl des Handwerks aus dem Auge verloren habe.

Im weiteren Verlauf der Versammlung kamen Themen wie Digitalisierung im Handwerk, die Messe Inter-Schuh-Service ISS 2022, Überbetriebliche Unterweisungspläne, die Reparatur von Sneakern und Co. sowie Fragen der Öffentlichkeitsarbeit zu Sprache. Abschließend legte man fest, die Frühjahrs-Mitgliederversammlung am 25. April 2020 in Fulda durchzuführen.



Schuhmacher-Versammlung in Fulda:

Der Zentralverband zog Bilanz

Der Zentralverband des Deutschen Schuhmacher-Handwerks (ZDS) führte am Samstag, 04. Mai 2019 seine Frühjahrs-Mitgliederversammlung im hessischen Fulda durch. Die dortige Kreishandwerkerschaft stellte für diese turnusgemäße Zusammenkunft der Schuhmacher-Delegierten – wie auch schon in den vergangenen Jahren – ihre zentral gelegenen Räumlichkeiten zur Verfügung.

Zu Beginn waren die üblichen Regularien wie Jahresrechnung des Vorjahres, Bericht der Rechnungsprüfer, Entlastung von Vorstand und Geschäftsführung sowie Entwurf und Beschluss des Haushaltplanes für das laufende Jahr zu behandeln. Alle Abstimmungen in diesem Zusammenhang ergaben ein positives, einstimmiges Votum, was den Gremien großes Vertrauen attestierte.

Es folgte ein ausführlicher Rückblick auf die Inter-Schuh-Service ISS 2019, die am 23. und 24. März 2019 im neuen RheinMain CongressCenter RMCC in Wiesbaden stattfand. Die Schuhmachermesse war mit rund 80 Ausstellern aus 15 Ländern sehr international gewesen, was die große Bedeutung des Messeplatzes Deutschland bei Zulieferern des Schuhmacher-Handwerks aus aller Welt unterstrichen habe.

Es kamen 3.150 registrierte Fachbesucher zur ISS 2019, was gegenüber der Messe 2016 in Wallau einem Zuwachs von etwa 2 Prozent entsprach. Die inzwischen globale Bedeutung der Fachausstellung zeigte sich am Anteil von mehr als 50 Prozent ausländischer Besucher, die aus allen fünf Kontinenten nach Wiesbaden reisten. Sie ließen sich von der Präsentation und Vielfalt dieser Inter-Schuh-Service überzeugen.



Die Delegierten der Frühjahrsversammlung des Zentralverbandes in Fulda
am Eingang zur dortigen Kreishandwerkerschaft. Foto Peter Schulz.

Besonderer Anziehungspunkt war die Ausstellung der Exponate des Internationalen Leistungswettbewerbs, gefertigt von Schuhmacherinnen und Schuhmachern aus 12 Ländern. Sie präsentierten ihre Handwerkskunst anhand von außergewöhnlichen Maßschuhen und Beispielen hochwertiger Schuhreparaturen. Die Teilnehmer wurden bei einer Zeremonie am Messesonntag geehrt, an der sich ca. 150 Personen beteiligten.

Nach diesem sehr ausführlichen Themenblock standen die Mitgliederentwicklung, die Zukunft der Aus- und Weiterbildung sowie die Neufassung der ÜLU-Unterweisungspläne auf der Tagesordnung. Dem schloss sich eine Aussprache über die geplante Wiedereinführung der Meisterpflicht an. Die Versammlung sprach sich einstimmig dafür aus, seitens unseres Handwerks alle Anstrengungen hinsichtlich des Auflebens der Pflicht zu unternehmen.

Hierzu waren aus Sicht von ZDS-Vorstand und –Geschäftsführung die politischen Vorgaben jedoch viel zu knapp gewählt. Was über Jahre in der Diskussion war, solle auf Wunsch der Großen Koalition jetzt in einer sehr kurzen Zeitspanne noch vor der parlamentarischen Sommerpause auf den Weg gebracht werden. Ein entsprechender Gesetzentwurf solle dann in dieser Pause erarbeitet und schon kurz danach verabschiedet werden.

Das Schuhmacher-Handwerk werde in dem Zusammenhang sicherlich seine „Hausaufgaben“ machen. Ob daraus dann aber die Rückkehr zur Meisterpflicht folgere, sei allein eine politische Entscheidung. Darauf habe der ZDS letztlich keinen Einfluss, genau wie bei der Aberkennung der Meisterpflicht vor 15 Jahren. Bei unserer geplanten Herbstversammlung 2019 in Kassel werde aus heutiger Sicht wohl ein Ergebnis in der Sache vorliegen.


 



Zentralverband des Deutschen Schuhmacher-Handwerks

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